Samstag, 13. Dezember 2014

Short Stories #12 Tradition

Hallo ihr Lieben!

Bei uns regnet und stürmt es seit gestern ordentlich, es sind um die 10° und alles ist matschig... So richtig weihnachtliche Stimmung kommt da irgendwie nicht auf. Vielleicht ist es also auch für euch eine gute Gelegenheit es sich gemütlich zu machen, die Decke bis zum Kinn zu ziehen und eine Short Story zu lesen :o)

Bine und Andrea haben in diesesm Monat das Thema
vorgegeben. Wie immer ein sehr passendes Thema so kurz vor Weihnachten. Wahrscheinlich ist es für uns die Zeit im Jahr, die noch am ehesten traditionell verläuft und in der sich einige Gewohnheiten eingeschlichen haben...

Für mich beginnt diese traditionelle Zeit jedes Jahr auf's Neue mit dem Totensonntag, der Tag im Jahr an dem sich die komplette Familie der Seite meiner Mama trifft, um gemeinsam auf den Friedhof zu gehen. Das ist schon so, seitdem ich ein kleines Mädchen war und ich mich zurückerinnern kann. Angefangen hat diese Tradition durch die Schwester meiner Uroma, denn sie hatte immer kurz vorher Geburtstag und hat nach den Friedhofsbesuchen immer alle zum Essen eingeladen und das machen wir noch heute so. Da immer erst nach diesem Tag die ganze Weihnachtsdeko in unsere Zimmer findet, läutet er für mich irgendwie die Weihnachtszeit ein...

Ein paar Tage nach Totensonntag krakseln wir demnach immer auf Dachböden und in Kellern herum und holen die Kisten hervor, in denen die Weihnachtsdekoration wartet. Auch dort hat sicherlich jeder seine traditionellen Stücke, die jedes Jahr am gleichen Ort stehen, neben modischen Dingen, die je nach Belieben immer einmal wieder ausgetauscht werden. Meine kleine Gewohnheit ist es mittlerweile beim Schmücken eine Weihnachts-CD einzulegen und so die ersten typischen Lieder im Jahr zu hören, während ich all meine Schätze an ihren gewohnten Platz stelle. Da macht es gleich umso mehr Spaß :o)

Nun beginnt die schöne vorweihnachtliche Zeit mit Weihnachtsmärkten, Adventssonntagen, Plätzchen backen usw. Es ist eine Zeit in der man Freunde treffen und gemeinsame Stunden miteinander verbringen kann oder vielleicht irgendwie anders an all seine Liebsten denkt. Für mich gehört da jedes Jahr die Weihnachtspost dazu. Sie ist meine Art an Menschen zu denken, die man vielleicht nicht so oft sieht und die man trotzdem gern hat. Man bringt alle einmal wieder auf den neuesten Stand und sendet liebe Grüße. Und es ist in der heutigen Zeit doch soooo schön richtige handgeschriebene Post im Briefkasten zu haben!

Heiligabend verbringen wir auch immer mit der Familie meiner Mama, also Oma und Opa, Tante, Onkel, Cousin und Cousine und unsere Familie. Da ziehen wohl die Herren irgendwie immer den Kürzeren, denn egal wen ich so im Kopf habe, bei der Familie der Frau wird Heiligabend verbracht hihi. Der Ort wechselt bei uns jedes Jahr zwischen bei Mama und Papa, Oma und Opa und Tante und Onkel, jeder ist einmal dran und kann sich aussuchen, was er so auftischt :o) Vielleicht reihen Herr Allerliebst und ich uns auch einmal in diese Reihenfolge ein, wenn wir mal eine eigene Familie haben :o)
Bis vor circa 6 Jahren kam bei uns sogar noch der Weihnachtsmann, heute versuchen wir die Sache immer spielerisch anzugehen, z.B. "Jeder der eine 6 würfelt, darf ein Geschenk auspacken" oder letztes Jahr hatten wir Lose gebastelt und bei jeder richtig beantworteten Frage, durfte ein Geschenk ausgepackt werden. Aber keine Angst, es waren meist Fragen wie "Nenne drei Plätzchenzutaten, Weihnachtslieder, Weihnachtsutensilien" usw. ;o)

Da die Familie von Herrn Allerliebst eigentlich aus dem Norden Deutschlands kommt, ist es für mich schon eine Tradition geworden, dass wir kurz vor oder kurz nach Weihnachten auch ein paar Tage dort verbringen, um seine Großeltern, Tanten, Onkel usw. zu besuchen. Da habe ich mich schon so dran gewöhnt, dass mir sicherlich etwas fehlen würde, wenn es nicht mehr so wäre :o) Für mich jedes Jahr ein kleiner Miniurlaub, in dem man sich erden kann und gemeinsam eine schöne Zeit verbringt.

Und kurz danach kommt immer schon Silvester... Bei aller Motivation und bei allem Optimismus, den ich immer so an den Tag lege leider der Tag, auf den ich mich immer am wenigsten freue... Ich weiß nicht wieso aber ich mag Silvester nicht und ich freue mich auch meist nicht darauf. Ich mag Feuerwerk, ich mag es Zeit mit meinen besten Freunden zu verbringen, ich mag das meist leckere Essen, aber irgendwie bin ich jedes Jahr wieder von Silvester enttäuscht. Sozusagen ist es meine Tradition das beste aus diesem Abend machen zu wollen und doch wieder nur mit grummeligen Gedanken herum zu laufen :oD Umso mehr freue ich mich aber darüber, dass wir es schon seit fünf(!) Jahren schaffen ein Video mit unserem engsten Freundeskreis auf die Beine zu stellen, mit Fotos und Videos von allen, um gemeinsam das vergangene Jahr zu resumieren. Darauf freue ich mich immer sehr, denn auch wenn man nicht bei allen Ereignissen von jedem dabei sein konnte, kann man es sich noch einmal ansehen :o)

Wenn ich also so über das Wort "TRADITION" nachdenke, ist es für mich vor allem ein positiver Begriff, denn ich verbinde ihn mit Freunden und Familie. Tradition kann eine Art Fels in der Brandung sein, an dem man sich festklammern kann, beispielsweise wenn man in diesem Jahr allein in seinem WG-Zimmer die Weihnachtsdeko herausholt und trotzdem die gewohnte CD einlegt oder aber wenn man keine Lust auf Silvester hat und sich trotzdem riesig darauf freut mit seinen Freunden das Video zu schauen und sich danach in den Armen zu liegen. Traditionen können seit Jahren die gleichen sein, selbst wenn die Schwester meiner Uroma und meine Uroma selbst schon nicht mehr leben, und durch andere fortgeführt werden. Traditionen können sich aber auch verändern, zum Beispiel wenn man sich noch zu Schulzeiten immer mit den besten Freundinnen in der Vorweihnachtszeit getroffen hat, gemeinsam Tee getrunken, Geschenke ausgetauscht und geschnattert hat und man sich durch das Erwachsenwerden aus den Augen verloren hat. Aber es können auch  neue Traditionen entstehen, mit anderen Freunden oder neuen Familienmitgliedern. Wir wollen in diesem Jahr zum ersten Mal an Heiligabend mit der Familie meines Freundes in die Kirche gehen. Das habe ich noch nie gemacht und vielleicht finden wir es ja so toll, dass wir es dann jedes Jahr machen.

Traditionen geben mir sehr viel Halt und ich hoffe euch geht das allen genauso :o) Habt ihr auch Zeitabläufe, Situationen, Gewohnheiten, die jedes Jahr wiederkehren?

Ich sende euch heute auf jeden Fall die traditionellen sonnigen Gedanken ;o)
Eure

Kommentare:

  1. Hallo Caro,

    ich kann mich deinen Worten größtenteils anschließen, Weihnachten ist die traditionellste Zeit im Jahr. Auch wenn sich für mich in den letzten Jahren einiges an der Tradition Weihnachten geändert hat gibt es immernoch viele Fixpunkte, die mir halt geben. Früher habe ich in der Adventszeit schon mit Mama Plätzchen gebacken, am liebsten Spritzgebäck mit dem Fleischwolf. Dann wurde einige Tage vor Heiligabend zusammen der Weihnachtsbaum geschmückt und die Krippe aufgestellt. In der heiligen Nacht ging es dann in die Kirche. Heute sind diese Dinge nicht mehr Teil meines Weihnachten, dennoch habe ich diese Erinnerung bewahrt, um später mit meiner eigenen Familie daran wieder anknüpfen zu können. Dennoch ist es für mich klar, dass Weihnachten mit der Familie und bei einem der Mitglieder zuhause gefeiert wird. Einmal haben wir anlässlich der Goldhochzeit meiner Großeltern über Weihnachten und Silvester auf den Kanaren verbracht, das war schön, aber es fühlte sich nicht "richtig" an. Zu Weihnachten gehört für mich trockene Kälte und am liebsten tagsüber Sonnenschein, Schnee wäre schön, kann aber auch bei Fahrten zur Familie hinderlich sein. Im Ruhrgebiet können die meisten mit Schnee nicht gut umgehen zumindest was den Straßenverkehr betrifft. Da meine Schwester mit Familie in Bayern wohnt, ist es die letzten Jahre Tradition geworden, ein Jahr hier und ein Jahr dort Weihnachten zu feiern bzw. die einzelnen Weihnachten zwischen der Familie des Liebsten und meiner aufzuteilen. Das gelingt nicht immer reibungslos, aber daran müssen sich alle Beteiligten gewöhnen. Nur Weihnachten getrennt vom Liebsten (gab es nur kurz nach dem Kennenlernen) kommt für mich nicht in Frage.

    Außerhalb von Weihnachten sind Traditionen haltgebend und aufmunternd, so treffe ich mich schon seit vielen Jahren mit meiner besten Freundin an einem festen Wochentag jede Woche, damit man sich regelmäßig sieht und austauschen kann. Natürlich klappt das nicht immer, aber wir bemühen uns beide darum und das ist viel wert. Ein Punkt beim Thema Tradition ist sicherlich auch die Gemeinschaft, etwas miteinander zu teilen und sich zusammen zu freuen.

    So jetzt ist mein Kommentar schon fast eine eigene Shortstory geworden, vielleicht stelle ich auch was dazu auf meinem Blog ein.

    Ganz liebe Grüße, Silke

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  2. Liebe Silke,
    vielen lieben Dank für deinen tollen Kommentar :o) Schön zu hören, wie es anderen so in der Weihnachtszeit ergeht :o) Ich bin gespannt, ob du noch etwas dazu schreibst.
    Liebe Grüße, Caro

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